Autodesigner – die Mischung aus Kreativität und Technik Dez06

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Autodesigner – die Mischung aus Kreativität und Technik

Mit dem Wort „Design“ wird in der Regel Mode oder Kunst assoziiert. Als vorangestelltes Substantiv „Automobil“ zu verwenden, ist selten der erste Impuls. Tatsächlich ist dies aber die Bezeichnung für einen innovativen Studiengang und wichtigen Zweig der Automobilindustrie: Der Autodesigner.

Beruf Autodesigner

Autodesigner ein kreativer Beruf
(c) O. Fischer / pixelio.de

Tätigkeitsspektrum Autodesigner

Im Verantwortungsbereich liegt sowohl das Design des Ex- als auch des Interieurs eines Fahrzeuges. Hierzu ist unerlässlich, über technisches Wissen, Kreativität und ein gewisses Maß an künstlicherem Talent zu verfügen. Dieses Know-how hilft, das Automobil funktional, ergonomisch und ökonomisch zu gestalten, ohne dabei einen Bruch mit ästhetischen oder modischen Ansprüchen zu riskieren. Eher selten muss ein Autodesigner ein komplett neues Modell entwerfen. Im Wesentlichen umfasst die Designertätigkeit die innovative Adaption bereits bestehender Fahrzeuganteile an neue Bedürfnisse. So könnte es beispielsweise ein Wohnmobil Umbau zur praktischen Aufgabe werden. Der Beruf Autodesigner kann freiberuflich ausgeübt werden, die Regel ist jedoch, als Angestellter in der Automobilindustrie oder bei Automobilzulieferern zu arbeiten.

Die Großen der Riege

Interessant ist, dass die Ideen zur Optik von fast 90 Prozent der weltweit bekannten Automobile, in den kreativen Köpfen von nur neun Männern entstanden sind. Zu diesen neun Autodesignern gehören

  • Adrian van Hooydonk (BMW-Chefdesigner) ,
  • J Mays ( Global Design and Chief Creative Officer at Ford Motor Company),
  • Lorenzo Ramaciotti (Designchef Fiat),
  • Gorden Wagener (Mercedes Benz Chefdesigner),
  • Laurens van den Acker (Designchef Renault),

  • Walter de Silva (Chefdesigner der Volkswagen AG),
  • Jean-Pierre Ploué (Designchef von Citroën und Peugeot),
  • Peter Schreyer (Chefdesigner bei Kia),
  • Ed Welburn (General Motors‘ current Vice President of Global Design).

Diese Herren empfinden ihre Arbeit als sehr verantwortungsvoll, da ihre Werke ein breites Publikum erreichen und überall auf der Welt gefahren werden. Das Autodesign erfordert ihnen zufolge viel Detailarbeit, die oft als anstrengend empfunden wird und v.a. dann ernüchternd sein kann, wenn Ideen abgelehnt werden. Die von Autodesignern geschaffenen Produkte sind mehr als Mode oder Kunst auf vier Rädern. Es sind wichtige Gebrauchsgegenstände, die das Leben vieler Menschen erleichtern und schlichtweg nicht mehr wegzudenken sind.

Ein Studium als Voraussetzung zum Autodesigner

Zwar bieten große Autofirmen eine Ausbildung zum Produktionsdesigner an, jedoch werden hier vor allem einzelne Produktteile und nicht das Außendesign des Autos selbst gestaltet. Diese Ausbildungen eignen sich jedoch gut als Vorbereitung für das Studium. Ein Studium ist der beste Weg zum Autodesigner. Nicht überall in Deutschland kann man sich direkt als Autodesigner einschreiben. Eine Einschreibung zum Designstudium, beziehungsweise das Industrial Design mit einer entsprechenden Spezialisierung auf Autodesign, sowie an der Fachhochschule München, ist allerdings möglich. Zu den renommiertesten Hochschulen auf diesem Gebiet, mit der Möglichkeit einer direkten Einschreibung zum Autodesigner, zählen die Folgenden:

  • Art Center College of Design (Pasadena, USA)
  • Royal College of Art (London, Großbritannien)
  • Hochschule Pforzheim (Pforzheim, Deutschland)

In Europa, Asien und Nordamerika existieren insgesamt 35 Hochschulen, an denen Autodesigner ausgebildet werden.

„Transportation Design“

An der Hochschule Pforzheim in Deutschland wurde der Studienschwerpunkt „Transportation Design“ eingerichtet. Hier werden zukünftige Autodesigner im speziellen Bereich des Fahrzeugdesigns ausgebildet. Inhalt der fachspezifischen Ausbildungen sind Grund- und Spezialkenntnisse zur gestalterischen Bearbeitung von Fahrzeugprojekten des Individual- und öffentlichen Nahverkehrs. Die Studieninhalte beinhalten 9 wesentliche Schwerpunkte: Grundlagen der Gestaltung, Kulturwissenschaften, Design und Business, Designtools, Ergonomie/Konstruktionslehre, Darstellung/Präsentation, Materialien im Fahrzeuginnenraum, CAD/CAS automotiv und lehrgebietsübergreifende Projektarbeit. Fokus der Arbeit liegt auf dem Automobil. Dieser Bachelor-Studiengang umfasst sieben bis acht Semester, wobei der Bezug zur Praxis großgeschrieben wird. Bereits nach einem Studienjahr bestehen enge Kooperationen mit Unternehmen, sodass die Studenten in diversen Projekten aktiv mitarbeiten und vielfältige Erfahrungen sammeln können. Nach dem Studium stehen sowohl Berufs- als auch Verdienstaussichten sehr gut. Verfügen Sie hingegen über weniger Kreativität, ist vielleicht ein Job als Konstrukteur passender für Ihre Laufbahn.

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