Die Küste als Stromlieferant: Offshore Windanlagen und Wellenenergie Jun19

Verwandte Artikel

Die Küste als Stromlieferant: Offshore Windanlagen und Wellenenergie

Atomkraft – nein, danke! Schon immer standen Atomkraftwerke und die Stromgewinnung durch Atomkraftwerke in der Kritik. Die breite Masse setzt kein Vertrauen mehr in Atomstrom, weshalb alternative Stromerzeugung an Bedeutung gewinnt: Windparks an Land und Offshore, Wellenenergie und Gezeitenkraftwerke erobern den Markt.

Offshore als neuer Standort für Wind- und Wellenkraftwerke

Offshore Windanlagen werden mit Hilfe von Offshore Schiffen errichtet (c) Uwe Schlick /pixelio.de

Offshore Windanlagen werden mit Hilfe von Offshore Schiffen errichtet (c) Uwe Schlick /pixelio.de

Erneuerbare Energien stehen in Deutschland und Westeuropa im Fokus des Stromgewerbes. Lange Zeit wurde Atomenergie von der Mehrheit akzeptiert und vor allen Dingen genutzt, weil sie eine effiziente und kostengünstige Möglichkeit der Stromerzeugung darstellte. Wirtschaftliche Faktoren spielten hierbei die größte Rolle. Leider erwies sich diese Form der Energiegewinnung als nicht ungefährlich und führte zur sogenannten „Energiewende“: Inzwischen sind viele Nutzer dazu bereit, für Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, mehr Geld zu bezahlen. Wind- und Wasserkraft sind inzwischen gängige Alternativen, als besonders interessant hat sich allerdings auch der Standort Küste (engl.: „Offshore“) herauskristallisiert. Zunehmend werden Offshore Windanlagen errichtet, Wasser- und Gezeitenkraftwerke – Ökostrom aus dem Meer liegt im Trend.

Die Erschließung der Küste durch Offshore Schiffe

Wie wird solch ein Energiepark in der Küste gebaut? Die Antwort ist denkbar einfach: Es gibt Spezialschiffe für die Errichtung von Offshore Wind-, Wellen- oder Gezeitenkraftwerken. Es ist dabei für den Laien zunächst gar nicht erschließbar, wie viele verschiedene Schiffstypen nötig sind um ein solches Offshore-Projekt zu vollenden. Einen ersten Überblick kann man sich hier in der Übersicht über Offshore Schiffe von GRS (German Renewables Shipbrokers) verschaffen. Viele Schiffstypen sind spezielle Ausführungen, welche ausschließlich zum Zwecke der Errichtung von Offshore-Windkraftanlagen, Wellen- oder Gezeitenkraftwerken gebaut werden, darunter z.B.:

  • Errichterschiffe
  • Kranschiffe (welche, wie der Name vermuten lässt, mit einem Kran ausgestattet sind)
  • Hotelschiffe
  • Schlepper
  • Tauchkonstruktionsschiffe
  • Verkehrssicherungsschiffe
  • Und weitere Spezialschiffe zum Transport von Personen und Material oder zur Konstruktion

Es ist leicht vorstellbar, dass eine Errichtung von Windparks aufgrund der vielen benötigten Materialien und Spezial-Offshore-Schiffe mit hohen Kosten verbunden ist, allerdings ist der Boom in der Offshore-Industrie ein Hoffnungsschimmer für die kränkelnde maritime Wirtschaft, wie dies z.B. im Greenpeace-Magazin nachlesbar ist.

Die Arbeitsweise von Offshore Wellenanlagen

Während Windparks auch an Land realisierbar sind, sofern ausreichend Platz zur Verfügung steht, lassen sich Wellen- und Gezeitenkraftwerke nur in Küstennähe realisieren. Ihre Funktionsweisen unterscheiden sich grundsätzlich voneinander, wobei stets die Umsetzung von kinetischer Energie (Bewegungsenergie) eine große Rolle spielt. Wie ein Wellenkraftwerk funktioniert, stellt z.B. das folgende Video eindrucksvoll dar:

Hier handelt es sich übrigens um das größte Wellenkraftwerk der Welt mit dem Namen „Oyster“ (z. dt.: „Auster“). Dieses Wellenkraftwerk liegt vor Schottlands Küste und erzeugt zuverlässig „blauen“ Ökostrom.

Leider ist die Errichtung dieser Stromanlagen noch immer mit hohen Kosten verbunden (Installation nur möglich mit Hilfe von speziellen Offshore Schiffen, Versorgung und Instandhaltung schwieriger als an Land), weshalb Ökostrom aus dem Meer noch immer ein teures Unterfangen ist. Setzt sich der derzeitige Trend jedoch fort, so ist damit zu rechnen, dass Offshore Energie bald massentauglich werden wird.