Notstromaggregate auf vier Rädern – Hybridtechnik von Mitsubishi & Toyota Nov18

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Notstromaggregate auf vier Rädern – Hybridtechnik von Mitsubishi & Toyota

16.000 Menschen kostete im März des Jahres 2011 ein starkes Erdbeben und ein darauf folgender Tsunami an der japanischen Ostküste das Leben, hunderttausende Japaner verloren ihr Zuhause, mehr als eine halbe Million Menschen waren für lange Zeit von der Stromversorgung abgeschnitten – das ist die Bilanz der letzten großen Naturkatastrophe.

Lehren wurde aus ihr gezogen: Noch höhere Deiche und ein schneller auslösendes Erdbeben- und Tsunami-Warnsystem sollen im Fall des Falles in Zukunft Menschenleben retten. Doch auch die Auto-Industrie hat aus der Katastrophe gelernt und Autos, die im Notfall auch als Notstromaggregate genutzt werden können, kreiert.

Notstromaggregate in Autos: Die Idee entstand in der Katastrophe

notstromaggregate: geländewagen werden genutzt

Als Notstromaggregate werden hauptsächlich Geländewagen genutzt. (c) Kolja Lenz / pixelio.de

Da nach dem Erdbeben die Stromleitungen nicht nur im Krisengebiet zerstört worden waren, nutzten Viele die Batterien ihrer Autos, um Strom für die lebensnotwen-digen Dinge zur Verfügung zu haben. Das brachte den Autohersteller Toyota auf die Idee, ihre Hybrid-Autos, die bereits die notwendige Technik an Bord haben, als Notstromaggregate nutzbar zu machen. Die Konstrukteure standen allerdings vor einem großen Problem. Denn die Notstromaggregate erzeugen eine sehr hohe Spannung, die in eine kleinere Spannung umgewandelt werden muss, damit der Endverbraucher die Energie nutzen kann – genauer auf der Website des Produzenten regulärer Notstromaggregate NTC GmbH nachzulesen. Dazu haben Notstrom- aggregate einen Transformator an Bord, den auch die Hybrid-Wagen brauchten.

Zwei Modelle können bisher als Notstromaggregate verwendet werden

Der Einbau dieses Transformator gelang sowohl den Konstrukteuren von Toyota als auch den Ingenieuren von Mitsubishi. So werden die beiden japanischen Autohersteller im Jahr 2014 jeweils ein Hybrid-Modell im Portfolio haben, das auch als Notstromaggregat eingesetzt werden kann:

  • Toyota Estima HV: Das Modell wird es bereits 2013 in Japan zu kaufen geben, die Einführung auf dem europäischen Markt ist noch nicht geklärt, könnte aber zu Beginn des Jahres 2014 realisiert werden. Der Estima ist ein Kompaktwagen, der von der Bauart sehr an den Toyota Prius erinnert, das wohl berühmteste Hybrid-Auto der Welt. Elektro- und Verbrennungsmotor können für knapp drei Tage als Notstromaggregate für ein Haus eingesetzt werden, bis eine neue Tankfüllung bzw. eine neue Akkuladung fällig wird.

  • Mitsubishi Outlander PHEV: Der Outlander PHEV ist eines der Schwergewichte von Mitsubishi, das von grundauf als Notstromaggregat konzipiert wurde. Das schlägt sich zum einen auf die Fahrleistungen nieder – der SUV erreicht bei einer Motorleistung von 202 PS nur eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Dafür kann der Outlander einen Haushalt zehn Tage lang mit Strom versorgen. Den Outlander PHEV wird wohl Mitte 2014 zur Kfz Zulassung freigegeben und dürfte rund 45.000 Euro kosten.

Wie können Autos als Notstromaggregate verwendet werden?

Die Hybridwagen als Ökostrom Fahrzeuge haben im Grunde genommen die perfekten Voraussetzungen, um als Notstromaggregate zu fungieren. Sie verfügen über einen Generator, in den überflüssige Energie des Verbrennungsmotors eingespeist wird. Das hat zwei Vorteile:

  1. Sind die Akkus einmal erschöpft, können sie durch den leistungsstarken Verbrennungsmotor wieder auf bis zu siebzig Prozent aufgeladen werden. In diesem Modus steigt der Verbrauch des Autos um rund drei Liter an.

  2. Durch die Energieeinspeisung in den Generator kann der entstandene Strom nicht nur zur Aufladung der Akkus, sondern auch zum Betrieb von an dem Auto angeschlossenen elektrischen Geräten genutzt werden.

notstromaggregate können in der wüste weiterhelfen

In Wüstengebieten sind Notstromaggregate in Autos Gold wert. (c) Dieter Schütz / pixelio.de

So kann der Outlander zum Beispiel auch auf einem Camping-Trip in den Wald als Energierzeuger dienen, der Strom an die Camping-Beleuchtung oder die elektrische Motorsäge abgibt.
Autos als Notstromaggregate – eine interessante Idee, die nützlicher ist als jede Start-Stopp-Automatik oder mit Autopilot selbst fahrende Autos. Bewährt sich die Technik, könnte sie auch den Weg in die Autos der großen Hersteller wie Mercedes-Benz oder VW schaffen – damit auch wir in Deutschland im Fall des Falles gerüstet sind.